CD-Review: Asaru: From the Chasms of Oblivion (VÖ: 18.05.2012)

Darkness, Death and Hate from Darmstadt

(… and Oslo)

asaru__cover__rgbManchmal habe ich das Gefühl, Agathodaimon verfolgen mich. Ernsthaft, es scheint, als gäbe es in der deutschen Black Metal-Szene kaum einen Musiker, der nicht irgendwann mal bei der Mainzer Formation mitgewirkt habe. Welch‘ Wunder also, dass auch ASARU mit einem Ex-Agathodaimon-Mitspieler aufwarten kann: Frank „Akaias“ Nordmann gründete die Kapelle 1995 zusammen mit Basser Dorian Kremer, ASARU sind also eine der dienstältesten Bands in Deutschland. Nach zahllosen Besetzungswechseln, Auflösung, Neugründung, zwischenzeitlichem Umzug Nordmanns nach Oslo und diversen anderen Problemchen erschien im Mai 2012 das zweite Album From the Chasms of Oblivion – und, soviel sei vorab gesagt – es lohnt sich definitiv, hier reinzuhören.

ASARU liefern Oldschool-Black-Metal ab, wie er im Buche steht: Keine Schnörkel, kein Gedöns, keine Violinen, keine Frauenstimmen im Hintergrund, nur trashiger Black Metal, der eindeutig zeigt, wo’s langgeht. Gitarre, Bass, Drums – das muss reichen und reicht auch völlig aus. Abwechslungsreich und vor allem schnell ist die Platte, wie es sich gehört. Streckenweise erinnert mich das Gebolze an Dissection, aber das sei hier eine Randnotiz für all diejenigen, die nicht ohne eine „Klingt wie …“-Bemerkung können.

Intro? Fehlanzeige! Völlig überbewertet. Nach zwei Sekunden säuselndem Wind geht’s knüppelhart los und auch konsequent direkt so weiter. Kein Track unter fünf Minuten, und doch hat man bei der vielschichtigen Musik, die immer wieder zwischen schnellen Blastbeats und getragenen Mid-Tempo-Passagen changiert, nie das Gefühl, hier einen zu langen Track erwischt zu haben. Gerade in den langsameren Parts kommen hin und wieder dunkle Stellen mit Clear-Gesang zum Einsatz, die alles wunderbar düster machen, bevor dann wieder die schnellen Drums einsetzen. Wunderbar!
Vor allem Gitarre und Vocals bestechen hier: Erstere setzen gekonnt Akzente, vor allem in den ruhigeren, epischeren Teilen; Letztere variieren zwischen Screams und Growls, ohne dabei jemals den böse-gurgeligen Grundton zu verlieren.
Der Großteil der Lyrics ist Englisch, zwei jedoch stechen heraus: „Fortapt i dødens favn“, bei dem Wikinger-Choräle im Hintergrund zu hören sind, und „Nebel“, das einzige deutschsprachige Stück der Platte.

„World on Fire“ evoziert zum Schluss noch einmal die ganze Wut, die dieses Genre potenziell hergibt. „Some men just want to watch the world burn“ – und ASARU liefern den Soundtrack dazu. Brachiale Drums, trashige Gitarren, Growls und Screams, in der Mitte eine kurze Verschnaufpause, in der man die nach den vergangenen 57 Minuten arg beanspruchten Nackenmuskeln durch sanftes Schütteln entspannen kann – eben alles, wie es sein sollte.

Kurz und gut: Hier haben die Jungs alles richtig gemacht und ein fantastisches Stück Schwarzmetall abgeliefert, das immer und immer wieder durch den Player laufen kann. Hoffen wir, dass ASARU nicht mehr so schnell in den Chasms of Oblivion verschwinden, sondern dass mir einem konstanten Output und der ein oder anderen Live-Show in Deutschland zu rechnen sein wird!

Anspieltipp: „Nebel“

:mosch: :mosch: :mosch: :mosch: :mosch:

Asaru: From the Chasms of Oblivion
Label: Schwarzdorn Production
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Frank Nordmann – All strings & vox
Petter Myrvold – Bass
Sebastian Wilkins – Drums

Tracklist
1. The Eyes of the Dead
2. At Night They Fly
3. Under the Flag
4. Blind Obedience
5. Fortapt i dødens favn
6. Nebel
7. Beyond the Bonds of Time
8. Invoking the Serpent of Death
9. World on Fire

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  1. […] vox), Petter Myrvold (Bass) und Sebastian Wilkins (Drums). Im Mai 2012 erschien das zweite Album From the Chasms of Oblivion, das sich für jeden lohnt, der schnörkelloses Schwarzmetall hören will. Für die Rubrik Band der […]

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