Band der Woche: need2destroy

logo-jpeg-schwarz-2013„Aggression, Wut auf der einen und Melodie und Emotionen auf der anderen Seite sind wohl die treffendsten Worte, mit denen der Sound von need2destroy umschrieben werden kann. Die Musik manchmal gefühlvoll und akzentuiert, dann wieder volle Breitseite“ – so beschreiben sich need2destroy auf ihrer Myspace-Seite. Besser hätte ich es auch nicht treffen können, durfte ich mich doch erst kürzlich im Soundcafé von den musikalischen Fähigkeiten des Quartetts überzeugen. Die 2006 aus der Taufe gehobene Formation aus Ulm lässt es live mit viel Spielfreude krachen. Bevor sie diesen Sommer im dunklen Studio verbringen, hat Bassist Wolle sich etwas Zeit genommen, um meine Fragen zu beantworten:

Wer verbirgt sich hinter need2destroy?
Hinter unserem Bandnamen verstecken sich vier live-erfahrene Musiker, die schon seit vielen Jahren Musik machen und in diversen anderen Kombos gespielt haben.
Der kulturelle Hintergrund spielt sicherlich auch eine große Rolle: Alle vier Musiker haben ihre Wurzeln in anderen Ländern. Sänger Diego kommt aus Argentinien, Gitarrist Milan aus Serbien, und Wolle hat seine Wurzeln in Dänemark. Dieser kulturelle Hintergrund hat natürlich auch Einfluss auf den Sound von need2destroy. Sozusagen eine Multikulti-Metal-Truppe. In der aktuellen Formation sind n2d seit einem Jahr zusammen und haben schon ein über 90-minütiges Set zusammengestellt.
Der Bandnahme need2destroy sieht sich als Appell zur Bekämpfung des herrschenden Systems, eine Abrechnung mit allem, was schon lange „überfällig“ ist: Raus aus der starren Gesellschaftsnorm: abgehen & abdrehen!

Müsste man eure Musik in eine Schublade stecken und ein Genre-Etikett darauf kleben, welches wäre das?
Ein Musikredakteur schrieb einmal: „Wenn Tom Morello (Rage Against the Machine) und Jimi Hendrix ein Kind hätten und würden es Death Metal nennen, so wäre der Sound von need2destroy ganz passend umschrieben.“ Ich schließe mich an und nenne es Alternative Death Rock.

Wie würdet ihr einem tauben Mann den Sound von need2destroy beschreiben?
Aggression, Wut auf der einen und schöne Melodien und Emotionen auf der anderen Seite.
Metal Songs mit einer ehrlichen Handschrift, in der sich viele Stilelemente der Rock- und Metalszene wiederfinden und dazu ein charismatischer Latino-Leadgesang. Ebenso haben auch andere Musikgenres ihren Platz. Musik, die intensive Emotionen vermittelt und dir den Schweiß auf die Haut treibt!

bandfoto-2013

Aus welcher Sorte Panik heraus ergeben sich die genialsten Lieder?

Panik gibt es bei uns glücklicherweise nicht beim Lieder komponieren. Wir sprudeln nur so über vor musikalischen Ideen. Wir hätten sonst niemals binnen eines Jahres ein über 90-minütiges Live-Set zusammenstellen können.
Aber vor einem Studiotermin kann es schon sein, dass man nochmals einzelne Songpassagen überdenkt und hie und da eine tolle neue Idee entsteht!

Welches Instrument wird sicherlich NIE auf einem need2destroy-Album zu hören sein?

Wir sind musikalisch sehr aufgeschlossen. Von daher würde ich niemals nie sagen. Aber es muss handgemacht sein; ich denke, jede handgemachte Musik hat ihren Platz im Musikbusiness.
Was ich sicher ausschließen kann: n2d werden keinen Keyboarder als festes Mitglied in der Band haben.

Welche Platte sollte man auflegen, wenn man morgens aus dem Bad spaziert und das wunderhübsche Mädchen von gestern Nacht noch im Bett liegt?

Social Distortion – White Light white Heat white Trash oder
Bob Marley and the Wailers – Legend.

Von welchem Song wünscht ihr euch, dass ihr ihn geschrieben hättet?

Ganz klar „Mother“ von Danzig. Ein Klassiker, der uns schon unser gesamtes Leben begleitet!

Kein Alkohol ist bekanntlich auch keine Lösung – eine Alk-Kombination, nach der ihr ganz sicher keine Probleme mehr habt?
Diego schwört auf Fernet Branca, Jacky Cola ist was für Milan … Cuba Libre mit braunem, karibischem Rum für Wolle … Udo sagt: „Bier her!!“

Woran erkennt man einen Freund?

Als Freund fürs Leben würde ich eine langjährige, meist schon in der Kindheit entstandene intensive Bindung zu einem Menschen bezeichnen.
Milan und ich (Wolle) kennen uns schon seit der Jugend, da trifft oben Genanntes zu!
Ich denke, darüber hinaus geht es wie in einer Partnerschaft auch um Respekt, Vertrauen und Ehrlichkeit. Das ist superwichtig …

Wer war der Held eurer Kindheit?
Das war bei mir (Wolle) schon immer mein großer Bruder. Er durfte schon alles, was ich noch nicht durfte, und er hat mir häufig aus der Patsche geholfen. Er war da wenn ich ihn brauchte!

Sind wir allein im Universum?
Man kann es nur hoffen. Wir Menschen schaffen es nicht einmal in dieser Welt für Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden zu sorgen, was sollen wir noch mit einer zweiten Welt oder mehr anfangen? Tür und Tor wären wieder für raffgierige Imperialisten geöffnet. Denn sollte es höher entwickelte Zivilisationen geben, würde das Chaos, Krieg und das Ende von einer bedeuten.

Was steht als nächstes an – Tour? Studio? Auszeit? Ganz was anderes?
Wir gehen im Juni / Juli ins Studio, um eine Sechs-Song-EP aufzunehmen, die dann im September erhältlich sein wird. Des Weiteren sind wir natürlich bestrebt, so oft wie möglich live zu spielen.
Anfragen haben wir zum Teil schon aus Berlin und Cuxhaven für den Herbst bekommen, aber das ist noch zu wenig. Deshalb der Appell an alle da draußen: Veranstalter, Clubs oder auch Menschen, die ne Party machen wollen, gebt Bescheid, wir kommen und spielen für euch. Support the Underground!!!!
Zum Schluss noch ein riesengroßes Dankschön an Elly (Nekrist, Anm. d. Red.) und die Schwarzes Bayern-Crew für dieses Interview … you rule!!!

need2destroy sind: Milan Tajdic (Gitarre) / Wolle van Hogh (Bass) / Diego Carabajal (Gesang) / Udo Rziha (Drums)

need2destroy bei Facebook und Myspace

(1175)