Was ist Deine Aufgabe?

ww-cover-fertigArmin erwacht nach einem Autounfall in einem Zimmer und weiß nicht genau, wo er sich befindet. Bald erfährt er, dass er im Dorf der Weltenwanderer gelandet ist und muss sich plötzlich auf eine neue Situation einstellen. Alles, was er bisher für sein Leben hielt, war nur eine Reise, die durch den Unfall beendet wurde. Kurz darauf findet er sich in einem Keller wieder, zusammen mit Kaminsky, einem Kämpfer aus einer hochtechnisierten Welt. Beide müssen zusammen mit der katzenhaften Nob auf der Welt Frieden stiften, doch so einfach ist das nicht, denn da sind auch noch die Dessi und bald ist gar nicht mehr so klar, wer Freund oder Feind ist und welches Schlüsselereignis die drei wieder zurückwandern lassen wird …

Das Debüt von Alexander Brandt ist gewagt und reißt einen sofort aus dem Jetzt in andere Welten. Ist das, was wir hier erleben, Fiktion? Geschieht es wirklich, oder sind wir nur hier, bis wir unsere Aufgabe erledigt haben – was auch immer diese sein mag – und wandern dann zurück oder weiter? Schnell findet man sich im Dorf zurecht und auch in der neuen Welt, in die Protagonist Armin wandert. Was das Ziel sein mag, ist anfangs gar nicht so deutlich, und auch Armin weiß nicht recht, was er davon halten soll, mitten im Krieg in einem Keller zu stehen, fremd mit Fremden. Es ist ein schönes Zusammenspiel aus typischem Rollenspielersetting und –verhalten, aus Fantasie und religiösen Denkweisen. Ähnlich wie bei Matrix sind hier – bewusst oder unbewusst – religiöse, vielmehr noch stark philosophische Theorien verarbeitet. Diese fallen einem unaufmerksamen Leser, der wirklich nur eine gelungene Science-Fiction-Story durchleben möchte, vermutlich gar nicht auf. Wer jedoch ein bisschen Ahnung von Philosophie hat, wird bald an Platon, Aristoteles oder auch Diogenes erinnert werden.

Zurück zu den Weltenwanderern. Frontlinien ist der erste Teil der Reihe und gleich ein Abenteuer für Armin, der noch gar nicht richtig weiß, was er machen muss, kann, soll. Die Geschichte liest sich gut und fließend und hat sogar mich angesprochen, die ich normalerweise nicht so gerne Sci-Fi und Fantasy lese. Man möchte auf jeden Fall wissen, wie es weitergeht und was Armin noch alles erlebt, in welche Welten er kommt, welchen Gefahren und Aufgaben er sich gegenüber sieht. Dass nicht immer alles glatt läuft, ist klar, dennoch zittert man mit und hofft, dass doch noch alles gut geht und Armin und seine Freunde, die alle aus verschiedenen Welten und Zeiten stammen, überleben werden, denn das ist nicht garantiert, und manchmal muss man auch Abschied nehmen …

Aufmerksamkeit zog auch das Cover auf sich. Das ist handgezeichnet und coloriert von Anika Raaz und fängt sehr gut ein, um was es in der Geschichte geht. Mir hat gefallen, dass es nicht per PC aufgemotzt wurde, sondern eine einfache Zeichnung ist, wie man sie nur noch selten auf Covern sieht.

Alexander Brandt, Jahrgang 1975, schreibt bereits seit mehreren Jahren und hat bisher Kurzgeschichten veröffentlicht. Frontlinien ist sein Debütroman.

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