Es begann mit einem Verbrechen und

es endete mit einem Verbrechen

 

 

In einer Wohnung im vornehmen Londoner Stadtteil Kensington werden im Jahre 1955 drei Menschen tot aufgefunden: Georgina Gresham, ihr Bruder Ed und deren Haushälterin Ada. Mangels Spuren und Motiven kann das Verbrechen von der Polizei nicht aufgeklärt werden, so scheinen die Opfer das Geheimnis ihres Todes mit ins Grab genommen zu haben.

Den Anfang nimmt diese Tragödie im Jahre 1890, als Georginas nur wenige Jahre alter Bruder beim gemeinsamen Spielen unter mysteriösen Umständen zu Tode kommt. Die bisherige Familienidylle auf dem wundervollen Landsitz der Greshams zerbricht dadurch zunehmend. Gleichzeitig entwickelt sich zwischen Georgina und ihrem älteren Bruder Ed ein sehr inniges und gleichzeitig folgenschweres Verhältnis.

Laura Wilsons Debütwerk Ein kleiner Tod aus dem Jahre 1999 ist ein sehr spannender und fesselnder Roman, den ich kaum mehr aus der Hand legen konnte und mittlerweile auch schon zweimal gelesen habe. Laura Wilson schildert die Geschehnisse aus drei verschiedenen Perspektiven. Abwechselnd berichten Georgina, Ed und die Haushälterin Ada aus ihrer Sicht, mit ihren Empfindungen und Eindrücken über die Vorkommnisse in der Familie Gresham vom Jahre 1890 bis zum Tode der drei im Jahre 1955. Hierbei spielen nicht nur Skandale, Intrigen und ungeklärte Todesfälle eine Rolle, sondern ebenfalls die Auswirkungen bzw. die psychischen Folgen für junge Männer, die im ersten Weltkrieg gedient haben.
Anzumerken ist, dass es sich hierbei um keinen gewöhnlichen Kriminalroman handelt. Zwar ist das Verbrechen an Georgina, Ed und Ada der Ausgangspunkt der Erzählung, doch stehen das Leben, die Tragödien und Schicksale der erzählenden Personen im gesamten Buch im Vordergrund und geben dem Leser einen wunderbaren Einblick über die Lebensumstände sowohl wohlhabender Bürger als auch Bediensteter in London zu Beginn des 20 Jahrhunderts.
Durch die Art und Weise, wie Laura Wilson die einzelnen Personen berichten lässt, durch die Unterschiede in ihrem Wortschatz und in ihren inhaltlichen Schwerpunkten kann man sich als Leser ein sehr gutes Bild der entsprechenden Charaktere schaffen. Ich persönlich konnte durch Laura Wilsons Schreibstil völlig in die Geschehnisse und die Vergangenheit der Familie Gresham eintauchen.
Meiner Meinung nach handelt es sich bei diesem Buch um einen außergewöhnlichen, ruhigen aber gleichzeitig fesselnden und auf seine Art spannenden Kriminalroman.

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Laura Wilson – Ein kleiner Tod

Goldmann Verlag

TB, 320 Seiten

 

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