Ein Revival

 

youngbloodBei Audrey Horne könnte man an die amerikanische Fernsehserie Twin Peaks denken. Aber seit einigen Monaten ist dieser Name für mich verbunden mit bestem Gitarrensound. Die fünf Norweger stehen laut so manchem Online-Bericht für Hard Rock, aber mit Youngblood haben sie eine solide Classic-Rock-CD fabriziert. Es gibt so einige Anklänge, die an Kiss, Led Zepplin oder Thin Lizzy denken lassen, aber der Sound ist nicht gecovert, sondern weist eindeutig neue Klänge auf. Diese Mischung zieht mit und begeistert. Den Auftritt von Audrey Horne im Backstage als Vorband von Grand Magus im März habe ich leider verpasst, aber durch torshammares Bericht angefixt, kaufte ich mir Audrey Hornes letzte CD, die im Februar 2013 veröffentlicht wurde.

Angeführt wird der Rock-Reigen vom „Redemption Blues“. Die Gitarren, das Schlagzeug und die Gesangsqualitäten überzeugen einen, doch mal wieder durch die Wohnung zu tanzen oder abzufeiern. Dieses Gefühl wird einem auch durch das Video suggeriert.

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In der Fortsetzung geht es weiter mit „Straight into your Grave“, das zum rockigen Aufbau noch eine Anfeuerung durch eine Art von Flamenco-Klatschen bekommt. Das mitreißende Tempo wird gehalten und fortgesetzt mit „Youngblood“. Die Gitarristen Arve Isdal und Thomas Tofthagen hinterlassen einen sehr guten Eindruck. Audrey Horne können aber auch anders. Bei „There goes a Lady“ wird der Zuhörer mit einem bluesigen Untergrund und Zurückhaltung umspült. Die Stimme von Torkjell Rød umschmeichelt Dich, für Models könnte dieses Lied zum formvollendeten Walk führen. Das Gitarrensolo darf hier nicht fehlen. „Show and tell“ lässt wieder die Vergangenheit aufleben, es passt einfach alles. Als Nächstes befindet man sich im Urwald. „Cards with the Devil“ ist eine gut instrumentalisierte Geschichte, in der Vogelstimmen und Urwaldtrommeln vorkommen. Bei „Pretty little Sunshine“ wippt der Kopf und man singt mit. Kjetil Greve gibt mit seinen Drums den Takt vor, die Saiteninstrumente und der Sänger folgen und verbreiten Freude am Spiel und Zuhören. Die gute alte Hammond-Orgel kriegt bei „The open Sea“ ihren Auftritt, und auch der Bassist Kjetil Greve tritt in den Vordergrund. Der Song, der musikalisch aus der letzten Hälfte des 20. Jahrhunderts gespeist wird, hat seinen eigenen Charme und Reiz. „This ends here“ beinhaltet Forschheit sowie Tempo, ich könnte stundenlang zuhören. Später gibt es dazu die Gelegenheit, der Track wird auch noch als Demo-Bonus angefügt. Zaghaft beginnt „The King is dead“, erst die Gitarren reißen wieder mit. Der Schlagzeuger beweist mal wieder seine Qualität, alle Instrumente sind stimmig und aufeinander eingespielt, die Stimme lässt hinhören. Die Zugabe „I wanna know you“ passt in die Serie. Hohes Tempo und Spielfreude paaren sich mit Gesangskünsten, was will man mehr.

Audrey Horne wurden 2002 gegründet und können seitdem auf vier Alben und eine EP verweisen. 2005 wurden sie bei den Spellemannprisen, der norwegischen Grammy-Verleihung, in der Kategorie Metal ausgezeichnet. Mit ihrem letzten Album Youngblood scheint die Band aus dem norwegischen Bergen neue Wege zu beschreiten. Aber auch diese wurden in Norwegen mit Platz zehn und in Deutschland mit Platz 55 der Albumcharts honoriert. Die Texte von Torkjell Rød, die Riffs der beiden Gitarristen und das Spiel des Bassisten sowie die Taktvorgabe des Schlagzeugers ergeben eine überzeugende Symbiose. Außerdem sind die kleinen Anleihen bei Bands aus der Vergangenheit im Gehörgang wahrnehmbar und angenehm bekannt. Alles passt!
Nach Auskunft von Napalm Records arbeiten die Jungs fieberhaft am neuen Album, das im September 2014 erscheinen soll. Ich erwarte es mit Spannung.

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Anhörtipp: There goes a Lady / The open Sea

Audrey Horne: Youngblood
Napalm Records, Februar 2013
Amazon CD € 12,97 / mp3 € 8,97

Audrey Horne HP
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Tracklist:

01. Redemption Blues
02. Straight into your Grave
03. Youngblood
04. There goes a Lady
05. Show and tell
06. Cards with the Devil
07. Pretty little Sunshine
08. The open Sea
09. This ends here
10. The King is dead
11. I wanna know you (Bonus Track)
12. This ends here (Demo – Bonus Track)
13. The open Sea (Demo – Bonus Track)

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